Italien

Mit der Fähre nach Sardinien – Was du für die Anreise wissen solltest

Im heutigen Blogbeitrag nehme ich dich mit in die „Karibik Europas“ und zwar reisen wir zusammen mit der Fähre nach Sardinien.

Wenn du mit dem eigenen Auto oder mit deinem Camper/Wohnmobil/Wohnwagen nach Sardinien reisen möchtest, dann bleibt dir nichts anderes übrig, als dich mit der Fähre vom (in der Regel) italienischen Festland aus rüber auf die Insel schippern zu lassen.

Ich selber bin jetzt nicht der größte Fähren-Fan und hätte nach meiner nicht ganz seetauglichen Anreise am Liebsten auf die Rückfahrt verzichtet. Aber dann hätte ich entweder auf Sardinien überwintern oder den Camper zurücklassen müssen 😉 Aber sei’s drum, ich hab’s überlebt und nächstes Mal habe ich Tabletten gegen Reiseübelkeit mit im Gepäck. Man lernt ja nie aus.

Grundsätzlich gibt es für die Fährüberfahrt mehrere Möglichkeiten und auch ein paar Dinge, die du vorher wissen und beachten solltest. 

Meine Erfahrungen und Tipps rund um die Überfahrt mit der Fähre nach Sardinien sowie Infos zur Buchung findest du in diesem Blogbeitrag. 

Allgemeines zu Sardinien

Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte italienische Insel. Sie liegt im Mittelmeer, ca. 200 Kilometer vom italienischen Festland entfernt.

Sardinien wird in der Hauptsaison von sechs Fähranbietern angesteuert: Grimaldi Lines, Moby, GNV, Tirrenia, Corsica Ferries und Ichnusa Lines (letzterer verkehrt allerdings nur zwischen Korsika und Sardinien). 

In der Nebensaison ist der Fährbetrieb nicht mehr ganz so rege, dann hast du nur noch drei Fähranbieter zur Auswahl (Stand Dezember 2021). 

Die gängigsten Verbindungen von Italien nach Sardinien sind:

  • Livorno – Olbia
  • Livorno – Golfo Aranci
  • Genua – Olbia 
  • Genua – Porto Torres
  • Civitaveccia – Olbia
Warten auf die Einschiffung in Livorno bei Grimaldi Lines

Anreise nach Sardinien mit Grimaldi Lines: Livorno – Olbia 

Zusammen mit meinem Tourne Mobil Kastenwagen reise ich Anfang Oktober 2021 mit der Grimaldi Lines Fähre von Livorno nach Olbia.

Die Abfahrt in Livorno ist für 10 Uhr terminiert, rund eine Stunde vorher startet die Einschiffung. Damit ich nicht in Stress gerate, übernachte ich vor der Fährüberfahrt in Lucca, von wo aus ich eine Anfahrt zum Hafen von rund 45 Minuten habe. 

Vorbereitung auf die Fährfahrt

Eins gleich mal vorne weg: Packe deine Sachen für die Fahrt mit der Fähre rechtzeitig vorher und nicht erst, wenn du bereits an Bord geparkt hast. Denn dann geht alles recht schnell und du hast keine Zeit mehr dafür. Ich packe mir am Abend vorher einen kleinen Rucksack mit den wichtigsten Dingen und bin dadurch am Morgen recht schnell startklar.

Die richtige Kleidung

Nicht zu vernachlässigen ist die richtige Kleidung für die Überfahrt. Selbst wenn es grundsätzlich sommerliche Temperaturen hat, kann es auf der Fähre empfindlich frisch und sehr windig werden. Ich habe mir für die Fahrt vorsichtshalber mehrere Schichten Klamotten eingepackt samt Mütze und ich hab auch wirklich alles gebraucht. Wer empfindlich ist (so wie ich), der könnte beispielsweise auch noch eine Decke mit einpacken. 

Da der Wind wie gesagt heftig pfeifen kann, empfiehlt es sich, besonders gut auf Kopfbedeckungen etc. aufzupassen. 

Proviant mitnehmen

Verpflegung kannst du je nach Fähranbieter direkt zusammen mit den Tickets buchen oder an Bord kaufen. Je nach Anbieter gibt es vorab ganze Menüs zu buchen oder du gehst einfach in eins der Restaurants oder Cafés.

Gerade Getränke sind auf der Fähre nicht gerade günstig. Wer ein bisschen Geld sparen möchte, der ist daher gut bedient, sich seine Brotzeit und etwas zu Trinken selber mitzubringen. 

Einschiffung bei Grimaldi Lines

Die Einschiffung bei Grimaldi Lines läuft grundsätzlich problemlos, allerdings mit einer Stunde Verspätung. Während der Wartezeit komme ich mit einem netten Pärchen ins Gespräch, mit dem ich einen Teil der Fährfahrt verbringe und das ich sogar auf Sardinien nochmal wiedersehe. Es hat eben alles auch seine Vorteile. 

Durch die verspätete Einschiffung verschiebt sich die Abfahrt ebenfalls um eine Stunde. Die Ankunft in Olbia ist davon jedoch nicht betroffen und wir ankern pünktlich um 19.30 Uhr am Hafen. Im Oktober ist es um diese Tageszeit allerdings schon dunkel, das solltest du bei deiner Reiseplanung ggf. berücksichtigen. 

Die Grimaldi Lines Fähre steht schon bereit für die Einschiffung

Auf der Fähre

Das Wichtigste zuerst: Merke dir unbedingt die Ebene/die Nummer des Parkdecks auf der/dem du geparkt hast. Andernfalls kannst du bei der Ankunft enorme Probleme bekommen, dein Fahrzeug rechtzeitig wieder zu finden. 

Sind nach dem Parken nämlich erstmal alle aus ihren Reisemobilen gekraxelt, wird es schnell hektisch. Am Treppenhaus angekommen geht es erstmal diverse Stufen nach oben und alles wuselt wild durcheinander. So jedenfalls meine Erfahrung. 

Ich suche mir daher als Erstes einen einigermaßen ruhigen Ort wo ich mein Gepäck deponiere und schaue mich anschließend um, wo ich mein mit dem Ticket gebuchtes Frühstück her bekomme.

Frühstück bei Grimaldi Lines

Mein online gebuchtes Grimaldi Lines Business Frühstück für 5,50 Euro beinhaltet ein Croissant, einen Cappuccino, einen Becher O-Saft und eine 0,5 Liter Wasserflasche. Du hast aber natürlich auch die Möglichkeit, vor Ort in einem der Bordcafés und Restaurants etwas zu Essen zu kaufen. 

WLAN

WLAN gibt es leider keins bei Grimaldi Lines. Dafür aber – zumindest zu Beginn und am Ende der Reise – LTE Empfang.

Rückreise von Sardinien mit Moby: Olbia – Livorno

Nach 3,5 traumhaft schönen Wochen geht es für mich Anfang November zurück Richtung italienisches Festland. Aufgrund der Nachsaison habe ich nun keine so große Auswahl mehr an Anbietern wie noch Anfang Oktober.

So muss ich mir immerhin nicht die Frage stellen, ob ich wieder tagsüber oder doch lieber nachts zurück fahren möchte. Es läuft schließlich auf eine Nachtfahrt bei Moby hinaus, die ich kurzentschlossen am Tag der Abreise noch für denselben Abend buche.  

Einschiffung bei Moby

Die Abfahrt mit Moby ist für 22 Uhr terminiert. Da es an meinem Abreisetag sowieso nur regnet mache ich mich rechtzeitig auf den Weg zum Hafen und bin überrascht, dass die Einschiffung direkt startet, obwohl ich mit mehr als 2,5 Stunden Verfrühung mehr als rechtzeitig dran bin. In der Regel ist es übrigens so, dass du mindestens eine Stunde vor Abfahrt am Hafen sein solltest. Meist lässt sich diese Information den Buchungsunterlagen entnehmen. 

Was ich während der Wartezeit zum Glück noch nicht weiß: ich muss auf der Fähre rückwärts mit dem Camper eine Rampe runter fahren. Mittlerweile habe ich den Camper zwar ganz gut im Griff, zwischen den wild fuchtelnden Italienern in ihren orange leuchtenden Westen komme ich dann aber doch leicht ins Schwitzen.

Zumal sie mir nicht verständlich machen können, wo ich überhaupt hinfahren soll. Es kostet mich ein paar Nerven und die Italiener ein paar rollende Augen, aber letztlich komme ich heil auf meinem Parkplatz an.

Grundsätzlich läuft also auch bei Moby alles soweit gut organisiert ab. Ein Kritikpunkt wie ich finde ist allerdings, dass die Fahrzeuge dermaßen eng geparkt werden, so dass es kaum noch möglich ist auszusteigen, geschweige denn sich zwischen den Autos fortzubewegen um an Deck zu gelangen. 

Oben angekommen zeige ich an einer Art Schalter nur kurz meinen Aufkleber, den ich bei der Einfahrt auf die Fähre bekommen habe. Damit bekomme ich meine Kabinenkarte ausgehändigt und das wars auch schon. Das Ganze läuft sehr zügig und extrem unbürokratisch. Es sind keine weiteren Formalitäten erforderlich, was ich als sehr angenehm empfinde.

Die Abfahrt aus Olbia startet super pünktlich um 22 Uhr und am nächsten Morgen erreichen wir – ebenfalls pünktlich – zum Sonnenaufgang Livorno. 

Fähre Sardinien Ankunft in Livorno
Ankunft in Livorno morgens um 7.00 Uhr

Kabine bei Moby

Da ich über Nacht fahre, buche ich mir eine Kabine mit dazu, um einen Rückzugsort für die Nacht zu haben. Ich überlege zwar kurz, ob ich mir die zusätzlichen 80 Euro Aufpreis für die Kabine nicht lieber sparen sollte. Glücklicherweise entscheide ich mich aber für den Luxus einer Kabine und bin heilfroh, Sack und Pack dort abstellen und in der Nacht ein bisschen schlafen zu können. 

In der Kabine befinden sich vier Betten, so dass ich theoretisch sogar noch drei Menschen bei mir hätte aufnehmen können. Ein kleines Bad samt Dusche und Toilette ist ebenfalls vorhanden. Auch wenn sich mein Schlaf aufgrund von Geräuschen und Vibrationen in Grenzen hält, bin ich heilfroh, dass ich ein Bett und ein Bad habe und nicht auf dem Gang übernachten muss. 

Sardinien Fähre Kabine Moby Lines
Mein Reich für die Nacht: Kabine mit 4 Betten (zwei zum Klappen)

Sardinien Fähre: Preise und Buchung

Für die Anreise nach Sardinien buche ich meine Fähre online einen Tag vorher direkt auf der Homepage von Grimaldi Lines.

Das Ganze kostet mich 54 Euro für die Überfahrt zuzüglich 5,50 Euro für ein Business Frühstück, welches aus einem Heißgetränk, einem Croissant, einem Becher Saft und einer kleinen Flasche Wasser besteht.

Bei der Rückfahrt lande ich schließlich bei Moby, da bei Grimaldi Lines keine Kabine mehr verfügbar ist. Die Rückfahrt liegt preislich bei 178 Euro, wobei 80 Euro davon für die Kabine zu Buche schlagen. 

Vor der Buchung habe ich die Preise und die Verbindungen auf der Homepage von Direct Ferries verglichen. Gebucht habe ich dann jeweils direkt beim Fähranbieter. Die Bezahlung war beide Male unkompliziert via Paypal möglich. 

Fazit: Tag- oder Nachfahrt mit der Fähre nach Sardinien? 

Wie so oft, hat auch hier beides seine Vor- und Nachteile. 

Bei der Tagesfahrt kannst du (sofern du seetauglich bist) die Aussicht aufs Meer und die frische Luft genießen. Und du kannst Geld sparen, weil du keine Kabine dazu buchen musst. 

Die Fahrt über Nacht hat den Vorteil, dass du bei Ankunft am Morgen direkt losstarten kannst zu deiner Reise und du dir mehr oder weniger einen Urlaubstag sparen kannst. Sofern du nicht an Deck oder auf den Gängen nächtigen möchtest, kommt dann aber der Aufpreis für eine Kabine mit dazu. Realistischerweise wirst du keine super erholsame Nacht auf der Fähre verbringen, da alles vibriert und ruckelt. Ob dir das aber was ausmacht ist sehr individuell und kannst daher nur du selber entscheiden. 

Insofern ist das eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ich persönlich würde nächstes Mal wieder eine Nachtfahrt ins Auge fassen, weil sich die mehr als 8 Stunden tagsüber auf der Fähre doch recht gezogen haben. Das mag aber auch daran liegen, dass ich alleine unterwegs war und mich aufgrund meiner Übelkeit nicht wirklich gut beschäftigen konnte, abgesehen vom Starren auf den Horizont. 

So, das waren meine Tipps für die Fahrt mit der Fähre nach Sardinien. Ich hoffe, dieser Beitrag hilft dir bei deiner Reiseplanung weiter.

Warst du schon mal auf Sardinien oder hast eine solche Reise geplant? Dann schreib mir gerne in die Kommentare, wenn du noch Fragen dazu hast.

Darf es noch mehr Inspiration für deinen Italien Urlaub sein? 

Dann habe ich hier noch was für dich, denn auf dem Blog gibt es bereits einige Artikel über Italien: 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.